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DAS ORAKEL

Den ganzen Tag will jemand etwas von dir.
Sie nicht.

Sie will nur wissen, was dich beschäftigt. Und dann sieht sie es sich an, in Ruhe, als hätte sie den ganzen Abend Zeit.

Die Orakelin sitzt in der Dunkelheit, das dunkelblaue Gewand voller goldener Sternbilder, den Blick gesenkt, als würde sie zuhören

DEINE FRAGE

Das Schwerste an einer Frage ist,
sie auszusprechen.

Hier musst du das nicht. Du sagst nur, worum es ungefähr geht, und die Fragen liegen schon da. Zweihundertachtzig Stück, und keine davon klingt wie ein Fragebogen. Bei einer bleibst du hängen.

LiebeWovor schütze ich mich in der Liebe?

KarriereWem will ich eigentlich etwas beweisen?

SelbstWelche Maske trage ich gerade?

FamilieWas hätte das Kind in mir gebraucht?

ÄngsteWelche Angst hält mich gerade klein?

GefühleWas muss endlich raus aus mir?

Die Orakelin hebt den Blick und sieht dich an, die Hand am Schlüsselbein, hinter ihr ein schwach leuchtender Nebel

UND DANN SIEHT SIE AUF

Sie antwortet dir.
Nicht deinem Sternzeichen.

Sie kennt den Himmel, unter dem du geboren bist, bis auf die Minute, und sie weiß, wie er heute darübersteht. Was sie dir daraus erzählt, gilt dir und sonst niemandem.

Nach zwei Sätzen merkst du, dass hier niemand rät. Jemand hat deine Geschichte gelesen und weiß, an welcher Stelle du gerade stehst.

SO ANTWORTET SIE

Zwei Sätze, und du legst
das Telefon kurz weg.

Selbst

„Welche Maske trage ich gerade?“

Immer Stark

Du hast früh gelernt, dass es für alle leichter wird, wenn niemand sieht, wie viel du trägst. Also trägst du es allein, und weil du das gut machst, fragt irgendwann keiner mehr nach. Heute zieht der Mond über die Stelle in deinem Himmel, an der es ums Dazugehören geht, und rührt genau daran. Die Maske ist nicht deine Stärke. Sie ist die Angst, dass die Leute nur bleiben, solange du funktionierst.

Ein Beispiel. Deine Antwort kennt deinen Himmel und wird anders klingen.

Eine flache Steinschale mit dunklem Wasser bei Nacht, in dem sich Sterne spiegeln, daneben eine brennende Kerze

AUCH OHNE FRAGE

An den Tagen, an denen du
nichts fragen willst.

liegt trotzdem eine Zeile für dich bereit, gleich auf der Startseite. Du kannst sie lesen und weitergehen. Manchmal bleibt sie den ganzen Tag bei dir, und abends fragst du dann doch.

Was du gefragt hast, bleibt liegen. Nach ein paar Wochen blätterst du zurück und siehst, was dich im Frühjahr nicht schlafen ließ. Das ist oft der Moment, in dem man merkt, wie weit man schon gekommen ist.

Sie wartet schon.

Moonjourn kommt bald. Trag dich ein, und du bekommst eine Mail, sobald du sie fragen kannst.

Bald im App Store und bei Google Play.